Wichtige Änderung der Umsatzsteuer ab 1.1.2014

Praktisch überfallsartig hat das Finanzministerium mit Inkrafttreten 1.1.2014 eine Änderung bei der Umsatzsteuer für bestimmte Branchen eingeführt. Für den Handel mit bestimmten Metallen – roh und Halberzeugnisse – tritt ein sog. Reverse Charge System in Kraft. Das angestrebte Ziel ist es, den Steuerausfall im Zusammenhang mit betrugsanfälligen Waren durch die verpflichtende Anwendung des Reverse-Charge-Verfahrens (d.h. Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger) einzudämmen; eine vergleichbare Regelung besteht z.B. bereits im Sekundärrohstoffhandel für Schrott und Baubereich. In der Beilage finden Sie die entsprechende Verordnung mit dem sperrigen Titel „Umsatzsteuerbetrugsbekämpfungsverordnung – UStBBKV, BGBl. Nr. 369 v. 26.11.2013, Teil II.

 Umsatzsteuerbetrugsbekämpfungsverordnung UStBBKV, BGBl. Nr. 369 v. 26.11.2013

Betroffen sind Lieferungen von bestimmten Metallen aus den nachstehend angeführten Kapiteln und Abschnitten der Kombinierten Nomenklatur:
Kapitel 71 und aus Abschnitt XV, ausgenommen Positionen 7113 bis 7118, Kapitel 73, Positionen 7411 bis 7419, 7507, 7508, 7608, Unterposition 7609 00 00 bis Position 7616, Unterpositionen 7806 00, 7907 00 00, 8007 00 80, 8101 99 90, 8102 99 00, 8103 90 90, 8104 90 00, 8105 90 00, 8106 00 90, 8107 90 00, 8108 90 60, 8108 90 90, 8109 90 00, 8110 90 00, 8111 00 90, 8112 19 00, 8112 29 00, 8112 59 00, 8112 99, Unterposition 8113 00 90, Kapitel 82 und 83.

Dies bedeutet:

Bei Lieferungen ab 1.1.2014 der oben erwähnten Gegenstände an Unternehmer ist daher keine Umsatzsteuer mehr auszuweisen, dennoch haftet der Lieferant für die Abfuhr der Umsatzsteuer. Der Empfänger der Lieferung muss die Umsatzsteuer selbst berechnen und an das Finanzamt abführen. Er kann sich den Betrag – soweit er zum Vorsteuerabzug berechtigt ist – wieder als Vorsteuer abziehen. Da wir Produkte mit und ohne Mehrwertsteuer im Sortiment führen, kann es also dazu kommen, daß Sie von uns eine Rechnung mit zwei Mehrwertsteuerbasiswerten erhalten, und somit ein Teilbetrag mit 20% Mehrwertsteuer und ein Teilbetrag ohne Mehrwertsteuer ausgewiesen wird.

ACHTUNG: Eine irrtümlich ausgewiesene Umsatzsteuer führt zu einem unrichtigen Steuerausweis gemäß § 11 Abs. 12 UStG und wird dann kraft Rechnungslegung geschuldet!

Ausgenommen sind Abfälle und Schrott, die unter die Schrott-Umsatzsteuer-Verordnung, die wir ergänzend angehängt haben (siehe insbesondere die Anlage dazu) fallen. Ebenso ist bei Anwendung der Differenzbesteuerung (§ 24 Umsatzsteuer-Gesetz) die UStBBKV nicht anzuwenden.

Erfassung in der Umsatzsteuervoranmeldung bzw. Umsatzsteuerjahreserklärung:

- Die übergegangene Steuerschuld ist in Kennzahl 032, die korrespondierende Vorsteuer in Kennzahl 089 einzutragen.

- Zweifelsregelung Übergang der Steuerschuld: Bestehen im Einzelfall Zweifel, ob eine Leistung im Sinne des § 2 UStBKKV vorliegt, kann vom Leistenden und vom Leistungsempfänger einvernehmlich davon ausgegangen werden, dass es zum Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger kommt.

 Unter nachstehendem Link finden Sie Informationen zum Reverse-Charge-System, ebenfalls eine Liste mit den betroffenen Metallen:

https://www.wko.at/Content.Node/Service/Steuern/Umsatzsteuer/Spezielles-zur-Umsatzsteuer/Ausweitung_des_Reverse_Charge_Systems_auf_weitere.html 

 

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